Die Pille – was ist da eigentlich drin?

Die Tablette ist beliebt: Rund 55 Prozent aller Mädchen und Frauen, die eine Schwangerschaft verhüten wollen, schlucken Hormone. So manche weiß gar nicht so genau, was sie da eigentlich einnimmt, Hauptsache die Wirkung ist die erwünschte.

Und für die sorgt die Pille auch – jedenfalls wenn man sie regelmäßig einnimmt. Der sogenannten Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie eine bestimmte Verhütungsmethode nutzen. Um so kleiner der Wert, desto besser. Die Pille erreicht einen Wert von 0,1 bis 0,9. Ein besseres Ergebnis wird nur durch Sterilisation bei Mann oder Frau erreicht. Auch eine Hormonspirale ist ähnlich erfolgreich. Beobachten Frauen sich und ihren Zyklus ganz genau, erreichen sie damit einen Wert von 0,8 bis 3. Die Kupferspirale ist schon etwas unzuverlässiger mit 1 bis 2 Punkten, das Diaphragma landet mit 8 bis 30 Punkten im Mittelfeld und bei Spermiziden muss man mit einem Wert von 8 bis 30 schon ziemlich viel Vertrauen haben. Bei Verzicht auf jegliche Schutzmaßnahme werden übrigens zwischen 60 und 85 Frauen von 100 schwanger – das nur zum Vergleich.

Wie die Pille wirkt

Aber zurück zur Pille: Kombinationspräparate enthalten sowohl Östrogen als auch Gestagen. Die sogenannte Minipille enthält nur letzteres. Weil durch die Zufuhr von künstlichen Östrogenen durch die Pille der Hormonspiegel hoch gehalten wird, unterdrückt das die Produktion von follikelstimulierenden Hormonen im Körper selbst. Reifung und Sprung der Eizelle kommen so nicht zustande. Das Gestagen sorgt durch eine Verdickung des Schleims am Gebärmutterhals dafür, dass die Spermien gar nicht erst durchdringen. Ein Eisprung kann bei Einnahme der Minipille also stattfinden.

Manche der Nebenwirkungen sind durchaus erwünscht. So fällt die Monatsblutung durch das einwöchige Aussetzen der Pille regelmäßiger und auch häufig schwächer aus. Außerdem sorgt das Östrogen auch bei vielen Frauen für ein verbessertes Hautbild. Britischen Studien zufolge, kann die Pille sogar das Risiko vermindern, an Eierstockkrebs zu erkranken. Danach sinkt das Risiko, an der Krebsart zu erkranken bei fünfjähriger Einnahme um bis zu 29 Prozent für einen Zeitraum von zehn Jahren nach Absetzen der Präparats. Die Studie ist allerdings umstritten.
Gleichzeitig kann eine hormonelle Verhütung aber auch für Kopfschmerzen, Depressionen, Zwischenblutungen oder Gewichtszunahme sorgen. Raucherinnen haben ein erhöhtes Tromboserisiko und nach dem 35. Lebensjahr gehört man als Pillenschluckerin ebenfalls zu einer Risikogruppe. Und auch eine Beeinträchtigung der Libido wird von Frauen wahrgenommen. Denn die Lust wird durch das Hormon Testosteron stimuliert. Und dessen Produktion wird besonders bei sogenannten Anti-Akne-Pillen gehemmt.

Wer also solche Nebenwirkungen bei sich feststellt und diese das Leben wesentlich beeinträchtigen, sollte das nicht einfach passiv hinnehmen. Häufig kann ein Wechsel der Pille schon Abhilfe schaffen. Eine Entscheidung zwischen Verhütung und sexueller Lust oder Beschwerdefreiheit ist jedenfalls nicht notwendig.

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